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Baugeschichte zur Kirche St. Johann
Als Klosterkirche des Franziskanerordens ist St. Johannis in der östlichen Altstadt im 14. Jahrhundert am Fuße des Dünenhangs auf erzbischöflichem Boden erbaut worden. Die Franziskaner errichteten ein Kloster, das bald zu Ansehen und Besitz kam. Eine Kirche in Form einer Basilika war bereits um 1350 zu klein und musste einem Neubau weichen. Die heutige katholische Propsteikirche St. Johann brauchte glücklicherweise nicht das Schicksal des Klosters zu teilen, dessen Baulichkeiten nach der Reformation der Kranken- und Armenpflege dienten und 1834 abgebrochen wurden. Nach der Reformation blieb St. Johann zunächst beim katholischen Ritus.
Mit der Berufung eines protestantischen Erzbischofs auf den bremischen Stuhl im Jahre 1567 erlosch das katholische Leben in Bremen. Erst nach zweieinhalb Jahrhunderten wurde 1807 die religiöse Gleichberechtigung in der Freien Hansestadt wieder hergestellt. Im Jahre 1816 konnte wieder eine katholische Gemeinde gegründet werden. Nach langwierigen Restaurierungsarbeiten wurde am 17. Oktober 1823 St. Johann als katholisches Gottesdhaus eingeweiht.
Die Außenansicht wird von der klaren Energie des spätgotischen Bauwillens geprägt. Im mächtigen Westgiebel fließen alle Einzelelemente zusammen. Trotz des schlichten Ziegelmaterials zeigt der Giebel eine überaus prägnante Gliederung. Ein Kreuz bildet die Spitze. Darunter ist seit 1880 der Davidstern zu sehen. Beide Zeichen weisen auf Gott hin, den gemeinsamen Vater der Juden und Christen. Die Größe des Giebels mit den vier Geschossen ist durch die Dachform zwingend bedingt, weil ein einziges riesiges Satteldach die gesamte Breite der drei Kirchenschiffe überdeckt. Mit diesem Westgiebel bietet die Backsteingotik in Bremen ihr schönstes Beispiel. Die letzte Restaurierung erfolgte im Jahre 1994. Architekt war Wilhelm Teckentrup, gestaltender Künstler Johannes Niemeier. Die Konsekration des Altars nahm Bischof Ludwig Averkamp am 10. Dez. 1994 vor.
Das Kreuz im Chorraum Gotisches Kruzfix (um 14880) eines Salzburger Meisters in Lindenholz auf neuen Eichenbalken.
Altar und Ambo Der Bildhauer Johannes Niemeier-Rietberg schuf 1994 den Altar aus Savonnieres-Kalkstein. Auf der Stirnwand befindet sich ein T (Tau), griechisches Segenszeichen. Mit ihm segnete Franziskus von Assisi die Menschen und unterzeichnete seine Briefe. Hinter diesem T-Zeichen befindet sich eine Reliquie aus den Gewändern des Heiligen. Das Ambo, die Stelle der Evangelienverkündigung, ist ebenso aus Sabonnieres. Darin eingemeißelt ist die HAND GOTTES, die er dem Menschen reicht in seinem WORT.
Tabernakel Auf einem Sandsteinsockel erhebt sich eine Reliefplatte mit einer Kreuzigunsgruppe. Sie entstand nach 1417. Es handelt sich ursprünglich um einen Gedenkstein an den Bremer Bürgermeister Wiggers, der auf einer Pilgerfahrt im Hl. Land gestorben ist. Der Tabernakel ist mit Bronzeteilen geschmückt, die J. Niemeier als Brotsymbole nach der biblischen Brotvermehrung gestaltet hat.
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